Faszien als sensorisches und emotionales Organ

Neuere Forschungen zeigen, dass das kollagene faserige Bindegewebs-Netzwerk des Körpers (Faszien) eine weitaus aktivere Rolle spielt, als bisher angenommen. Dazu gehört die Fähigkeit der Faszien, ihre Steifigkeit unabhängig von der neuromuskulären Steuerung zu verändern, ihre Rolle als potenzieller Schmerzgenerator und ihre Funktion als unser reichhaltigstes Sinnesorgan für die Körperwahrnehmung. Darüber hinaus sind neue Erkenntnisse über eine komplexe Verbindung zwischen Faszien und dem vegetativen Nervensystem sowie emotionale Aspekte verfügbar geworden. Diese neuartigen Perspektiven bieten wertvolle Anregungen für die praktische klinische Anwendung bei der therapeutischen Arbeit mit posttraumatischen Belastungsstörungen sowie anderen verbreiteten Aspekten der muskuloskelettalen Medizin. Dr. Robert Schleip, Leiter des Faszienforschungsprojektes der Universität Ulm, wird die wichtigsten Erkenntnisse aus der internationalen Faszienforschung der letzten Jahre in verständlicher Form beleuchten sowie hierauf abgestimmte praktische Umsetzungen in myofasziale therapeutische Anwendungen vermitteln.

Inhalt

  • Faszien als Sinnesorgan: ihre Bedeutung für die Propriozeption, unseren sogenannten sechsten Sinn.
  • Die vier Mechanorezeptor–Typen in unseren Faszien: Golgi-, Pacini-, Ruffini- und freie Nerven- Endigungen. Deren Lokalisation, Sensitivität und neurophysiologische Auswirkungen.
  • Wechselwirkungsketten zwischen Faszienspannung und autonomen Nervensystem.
  • Faszien und Interozeption: Einfluss von viszeralen und (sub)kutanen Rezeptoren auf das Körperbild und emotionale Grundausrichtungen.
  • Die Rolle von Embodiment und Achtsamkeit in der faszialen Wahrnehmung.
  • Verständnis der Dynamik des vegetativen Nervensystems aus evolutionsbiologischer Sicht (nach Ernst Gellhorn).
  • Verständnis von posttraumatischen Belastungsstörungen auf der Grundlage neuester Erkenntnisse von Peter Levine, Stephen Porges und anderen.
  • Das Tensegrity-Konzept in dynamischer Aktion: myofasziale Kraftübertragungsrichtungen mit neuesten Modifikationen. Relevanz für die Haltungsregulation.
  • Lendenfaszien: Architektur und Innervation. Neue Aspekte in der Rückenschmerzforschung.
  • Golgi-Rezeptorstimulation: Anwendung zur Korrektur von Schulter-Protraktionen.
  • Pacini-Stimulation: Anwendung auf spinale Facettengelenke und kostovertebrale Gelenke.
  • Ruffini-Stimulation: Anwendung am oberen Trapez, mit Folgewirkungen auf den vagalen Tonus die Herzfrequenzvariabilität.
  • Spiegelneurone und Empathie: praktische Anwendung mit der CAKE-Technik (constructive anticipatory kinesthetic empathy).
  • Stimulation der freien Nervenenden: Beispiel einer Periost-Manipulation.
  • Faszientechniken zur Behandlung von akuten Schmerzen im unteren Rückenbereich
  • Faszientechniken zur Behandlung des myofaszialen Nackensyndroms.
  • Arbeit mit posttraumatischen Belastungsstörungen im physiotherapeutischen und bewegungspädagogischen Kontext.
  • Einbeziehung von achtsamen Mikrobewegungen des Patienten während der praktischen Arbeit.

Kursdaten

19.02 - 20.02.2021
Fr, Sa
19.02.2021
Fr
09:00 - 17:00
20.02.2021
Sa
09:00 - 17:00


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